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Scheinwelt – Kleingeld

Wirft man einen Blick in die meist rauchgeschwängerten Intenet-Cafes in Peking wird eines schnell klar: hier wird gespielt. Schüsse und Kanoneneinschläge ertönen, Autobremsen quietschen, Klingeln und Klatschen verkünden neue Bestleistungen. Die meist jugendlichen Besucher sitzen nervös wippend oder gespannt gebannt vor der der Kiste.

Knapp 25 Millionen chinesische Gambler frönten der Online-Spiellust 2005. Das jetzt und hier dabei zu vergessen, scheint leicht. Die eigene Welt ausgeblendet, eröffnet sich eine neue, ein Schein von Welt. Die Meldung von zwei chinesischen World of Warcraft-Spielern, die nach tagelangem excessiven Spielen vor Erschöpfung starben, ging auch in Deutschland durch die Medien. Peking will die Spielehersteller fortan verpflichten, ein Zeitlimit einzubauen.

Und auch das ist Internet in China: In einer Galerie versammelt sich eine kleine Menschentraube vorm PC. Auf dem Bildschirm gestikuliert ein Mann vor einer verschmierten Tafel: Er ist Professor aus Taiwan, Experte für Kommunikation, er hält Online-Unterricht. Nein, Studenten seien sie nicht, wohl aber Verkäufer. Da sei es wichtig, richtig zu kommunizieren. Weiterbildung für den Berufsalltag so zusagen, ganz im Sinne des chinesischen Sprichworts: „Ein Geschäft eröffnen ist leicht; schwer ist es, es geöffnet zu halten.“

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