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Skrupel? Empathie? Oder was…?

Ein Gewissen… Wahnsinn, dass sich das manchmal noch meldet, in diesen Zeiten, in denen alles nur vom ökonomischen Nutzenaspekt getrieben wird. Dass sich innere Konflikte auftun, und das auch noch im Zusammenhang mit Blogeinträgen, das ist man ja schon gar nicht mehr gewöhnt in diesen Zeiten des immer höher, schneller, weiter.

Die Geschichte ist, darauf warten ja jetzt alle, die folgende: Stephan König, der hier als Illublogger tätig ist, schickte mir einen Beitrag zur neuen Onlinekampagne der französischen Klamottenfirma Shaï. Unter dem Deckmantel des innovativen Marketings haben die schlicht drei Hardcorepornovideos gedreht (wirklich!) und sich nun abfeiern lassen. Nach einigem hin und her habe ich mich dann dazu entschlossen, den Beitrag NICHT zu bringen und die Seite auch nicht zu verlinken – aus verschiedenen Bedenken, auch aus Rücksicht auf den ein oder anderen Leser, der das daneben finden könnte, den Jugendschutz usw. usf. Ich hatte einfach kein gutes Gefühl dabei. Doch nur wenig später entdeckte ich, dass die Sache ein alter Hut ist, denn hier, hier, hier und auf jeden Fall natürlich auch hier wurde schon lange mit direktem Link berichtet.

Jetzt also meine Frage: Bin ich prüde? Oder doof? Nicht für diese Welt gemacht? Könnte man ja die Visits des Blogs hochtreiben…. Meinungen?

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10 Replies

  1. Warum traust du denn deinem Bauchgefühl nicht? Man könnte fast denken, du suchst nach einer allgemein verbindlichen Regel, wie Blogs mit diesem Thema umzugehen haben. Die wird es wohl nicht geben, jedenfalls nicht in Bezug auf diese drei Clips. Und geht es dir wirklich darum, die Visits in die Höhe zu treiben? Das glaube ich nicht. Ich schätze mal, dass es dir wichtiger ist, die richtigen Leute im Blog zu haben, nicht einfach nur viele. Und die richtigen Leute erreicht man durch das richtige Profil, und das wiederum erreicht man nur, wenn man nicht alles mitmacht. Porno-Clips NICHT zu verlinken, finde ich sympathisch. Ich lese hier mit, weil mich interessiert, was du denkst und schreibst, andere PR-Blogs lese ich nicht. Warum auch?

  2. Gerade weil es Dich interessiert, was ich denke, hat Dich ja dieser Text besonders interessieren müssen. Denn: Das ist eben genau meine Denke zu diesem Thema – und: Ja, in diesem Fall habe ich meinem Bauchgefühl nicht 100prozentig vertraut. Deswegen wollte ich das ja mal zur Diskussion stellen 🙂

  3. Stephan König mein Name. Vielleicht kennen Sie mich ja von meinen anderen Beiträgen „Das Letzte von der Marketingfront“ hier beim Storyblogger.
    Da ich diesen Link im Internet fand und ihn mit einem saftigen Kommentar hier im Storyblogger positionieren wollte, bin ich ja geradezu gezwungen zu diesem Thema etwas zu sagen. Ich verstehe Björns Einwände den Link zu positionieren und der ganzen Geschichte einen vielleicht weiteren unnötigen Rahmen zu bieten.
    Was mich allerdings erstaunt und das immer wieder, dass niemand Pornos guckt. Weil die ja so schmuddelig sind. Das glaube ich vielleicht noch einigen Frauen, aber sicher keinem Mann. Vielleicht habe ich aber auch nur ein falsches Verhältnis zu der ganzen Geschichte. Es ist an der Zeit, dass ich ein neues Wort erfinde. Ich nenne es glaube ich Doppelmoral.

  4. Ja, da hast Du sicher recht. Ich hab mir den Link ja auch angeschaut. Die Frage ist einfach, ob man in einem Weblog, das nicht privater Natur ist sondern auch in Unternehmen repräsentiert, auf so etwas verweisen sollte. In einem privaten Weblog hätte ich weniger Probleme gehabt…

  5. Ach, die Pornos sind doch längst aus der Schmuddelecke draußen. Trotzdem finde ich es richtig, dass pornografisches Material außerhalb des Netzes unter einen Zugriffschutz (Kinder) gestellt wird. Und dasselbe sollte man – soweit es die Möglichkeiten erlauben – auch im Netz tun.

    Die Entscheidung, den Link hier nicht mit aufzunehmen ist keine grundsätzliche Entscheidung pro oder contra Porno. Und im übrigen behaupte ich jetzt mal provokant, dass mehr Frauen gerne Pornos schauen würden, wenn es mehr gute gäbe.

  6. Steffi, das ist doch alles klar. Ich hab damit keine Probleme. Es geht hier ja nicht um meine persönliche Meinung, sondern ein Corporate Weblog. Und ich finde: Da hat es nichts zu suchen. Und damit Schluss. Die, die es anschauen wollte, haben es ja über die anderen Blogs sowieso schon gemacht…

  7. Eigentlich ist dass doch mal ne ehrliche Ansage. Seit Anbeginn der Werbung wird versucht mit unseren Urtrieben Kasse zu machen.Dabei wurde uns schon der abstruseste Kram untergejubelt mit der sublimen Implikation „für mehr und besseren Sex“. Keiner braucht den Plunder, also warum nicht gleich die Kleidung vergessen und sich gegenseitig jederzeit bespringen, hurra! …ach aber das Wetter is ja schon wieder so mies, dann doch besser was anziehen, wir sind ja hier nicht in der Karibik. Dann ist die Freizuügigkeit auch nich so ganz ohne Stress zu haben. Na ja, dann schau ich vielleicht doch lieber ’n Porno an, da muß ich nicht mal meinen warmen Sessel verlassen.
    Übrigens, den Name der Klamottenfirma hab ich schon wieder vergessen.

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