Story-Entwicklung

Textwerkstatt #1

Die Sache mit den Füllwörtern

Wer Texte verfasst, hat eine Botschaft. Es gilt, diese so direkt und unmissverständlich wie möglich an den Leser, Hörer, Zuschauer zu bringen. Dies kann man steuern: indem man so genannte „Füllwörter“ einfach weglässt.

Ein gutes Beispiel: Was heißt eigentlich „eigentlich“? „Eigentlich“ hat eigentlich keine Bedeutung, und man sollte es eigentlich vermeiden. Weil es die Aussage in dem Moment, in dem sie gemacht hat, relativiert oder sogar einschränkt. Das verwässert die Intensität der Botschaft – und macht den Text, im schlimmsten Fall sogar den Autor unglaubwürdig. Wenn ich Texte Korrektur lese, streiche ich alle diese Wörter erst mal pauschal raus: eigentlich, aber (extrem einschränkend), jedoch (auch unschön, da negativ besetzt), auch, … die Liste lässt sich beliebig forsetzen.

Man kann das im alltäglichen Miteinander üben: Indem man versucht, einen Tag lang, das Wort „eigentlich“ aus dem Sprachgebrauch zu streichen. Da fällt einem erst mal auf, wie oft es verwendet wird – und wie unnötig es ist! (Gegenbeispiel: Da fällt einem erst mal auf, wie oft es eigentlich verwendet wird – und wie unnötig es eigentlich ist!)

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6 Replies

  1. Wieso ist „jedoch“ negativ besetzt? Und: Kommt hinter „Autor“ im zweiten Absatz kein Komma? Wenn nein, wieso nicht. Bei Komma hab ich immer Schwierigkeiten. Anregung: Bitte im Rahmen der Textwerkstatt mal was über Kommaregeln bringen! Da kann ich „eigentlich“ noch lernen!

  2. Jedoch ist negativ besetzt, weil es einschränkt oder dem vorher gesagten widerspricht. Ist vielleicht auch Geschmackssache?

    Hinter „Autor“ im zweiten Satz kann ein Komma stehen, muss nach der neuen Rechtschreibung aber nicht.

    Zu Kommas mach ich gerne mal was, ist nicht einfach, weil die neuen Regeln viel „Kann-aber-muss-nicht“ mit sich bringen. Bei Kommas gilt grundsätzlich: Lieber mal eines weglassen!

  3. Bei der Punktsetzung gilt: Lieber mal ein Komma setzen. Fürs Auge. Insbesondere dort, wo früher eines hingehörte. Und: „Jedoch ist negativ besetzt, weil es einschränkt oder dem vorher gesagten widerspricht.“ Haha, so denken nur PRler. Dann müsste man auch das „aber“ verbieten. Das „jedoch“ fließt besser als das Kasernenhof-Geschnarre eines Abers. Es gibt viele Füllwörter, die Satzteile binden, die das Gesagte fließen und angenehmer klingen lassen.

  4. @Peter Giesecke:
    Sicher, der Satz fließt schön mit einem jedoch. Das ist jedoch nicht mein Ansatz – ich finde, dass diese Füllwörter den Inhalt verwässern. Und ich habe es auch schon aktiv ausprobiert – in Diskussionen zum Beispiel kommt man mit einem „ja, und“ viel weiter als mit einem „ja, aber“!!!

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