Story-Entwicklung

Textwerkstatt #9

Wortgeschwister

Es gibt so Wortverdreher, die mich echt nerven. Da bin ich wirklich pingelig. Erst gestern fiel es mir wieder auf: In einem TV-Magazin war von Trickbetrügern die Rede, Straßenverkäufer, die nichtsahnenden Touristen anscheinend Laptops verkaufen – nachher sind aber nur Salzpäckchen in den Taschen. „Vertrauensvoll“, so der Sprecher, „übergibt der Verkäufer dem Touristen die Tasche“. Vertrauensvoll??? NEIN. Der Käufer ist vertrauensvoll, womöglich sogar vertrauensselig, aber der Betrüger? In wen soll der denn Vertrauen haben? Der Betrüger macht allenthalben einen vertrauenswürdigen Anschein. Da ist schon ein Riesenunterschied. Vertrauensvoll meint „voller Vertrauen“ und eben nicht „seriös“.

Es gibt noch mehr solcher ungleichen Geschwister. Freue mich über zahlreiche Beiträge!

Nachtrag vom 22. Juni: Heute im Radio gehört. „Die anderen Bewohner wurden fürsorglich evakuiert.“ Das ist ja nett, dass man sich gut um die Bewohner gekümmert hat. 🙂 Gemeint war wohl eher: vorsorglich.

Mehr lesen:

3 Replies

  1. Passt hier jetzt zwar nicht, aber mir ist gestern in einer Sondersendung zu dem Busunglück aufgefallen, dass der Reporter immer sagte, eine Klinik, in die die Verletzten eingewiesen wurden, sei spezialisiert auf Traumatapatienten. Dabei bin ich mir sicher, dass das Traumapatienten heißen muss, oder? Ist ja auch nicht Erkältungenpatienten oder Infektionskrankheitenpatienten sondern Infektionskrankheitspatienten. Oder lieg ich da falsch?

  2. @ Arnd: Einen vertrauenswürdigen Anschein muss der Betrüger wohl gemacht haben, sonst hätte der Tourist ja nicht für 300 EUR ein Laptop bei ihm gekauft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.