China·International

Wall Street Journal China?

„Wir wollen die führende Schule für internationalen Journalismus werden“, eröffnete Prof. Li Xiguang das „Business Media & Global Economy Forum“ am 29. November in Peking. Der umtriebige Rektor der „School of Journalism and Communication“ an der Pekinger Elite-Universität Tsinghua steht an der Spitze der chinesischen Reform für eine (welt-)offene Presse. USA hilft ihm dabei: Der MA-Studiengang wird von Bloomberg, Merrill Lynch, Deloitte und einer auf Journalistenausbildung in Entwicklungsländern fokussierten Vereinigung namens ICFJ gesponsort. An der Konferenz nahmen zirka 400 Studenten und Medienvertreter teil. Referiert haben hochrangige Vertreter der Sponsoren, der Universität und die Chefredakteure der großen Wirtschaftsblätter Chinas.

Erstaunlich wie wenig sich die Themen von Diskussionen in Europa unterscheiden: Wie kann die Qualität des Journalismus gegen zunehmende Unterhaltung und Kommerzialisierung verteidigt werden? Was macht Wirtschaftsblätter wirtschaftlich erfolgreich (die meisten neuen Magazine Chinas schreiben rote Zahlen)? Wie verändern Internet und Citizen Reporter den Journalismus? Und: Welches sind seine ethischen Grundlagen? Größten Beifall erhielten die beiden „Grand Seigneurs“ Prof. Seymour Topping, Ex-Chefredakteur der New York Times und Prof. Yassen N. Zassoursky, einer der profiliertesten Journalisten Russlands für ihren leidenschaftlichen Appell für „Recherche-Journalismus“. Europa engagiert sich zum Bedauern von Prof. Li kaum. Die Kanzlerin mischt sich pressewirksam in die Tibetfrage ein, aber das „Werte“-Feld wird den USA überlassen. Der amerikanische Vorsitzende des Journalistenprogramms hat eine klare Vision: „Warum sollte es in China kein Wall Street Journal geben?“

Ich in Peking zu „PR-Ethik und Medienethik“

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