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China’s PR – Master oder Sklave?

Scarlet wartet auf mich im Twiggy-Outfit. Sie begrüßt mich herzlich, will meine Hand gar nicht mehr los lassen und ist heiß darauf, viel über PR in Deutschland zu erfahren. Eigentlich heißt sie Cai, Scarlet ist der in China übliche Kunstname für die Kommunikation mit Ausländern; sie ist Redakteurin beim „PR-Magazin“. Die einzige offizielle  PR-Zeitschrift wird herausgegeben vom Außenministerium und ist das Organ des chinesischen PR-Verbandes.

PR ist in China eine noch junge Branche. Agenturen sprießen wie Pilze nach warmem Sommerregen aus dem Boden,  Professionalität entwickelt sich schnell. Das größte Problem ist der mangelnde Respekt chinesischer Kunden vor guter Dienstleistung. PR-Berater werden meistens wie Service-Sklaven behandelt, die 24 Stunden durch die Gegend rennen und Pressetexte produzieren. Von strategischer Kommunikation keine Spur. Online-PR betrachten chinesische Unternehmen nur unter dem Aspekt der Kostenreduktion, nicht als wertvolles Community-Building.

Die Redakteurin hört aufmerksam zu, dass Unternehmenskommunikation in Deutschland ein Managementthema ist. Und freut sich, dass ich die chinesischen PR-Kollegen in der Tat als professionell einschätze. Allein die Kunden sind es, die meiner Erfahrung nach den „Master of Media“ nicht (wert)schätzen. Dass oftmals auch ausländische Unternehmen in China ihre PR- und Marketing Leute als willige Lieferanten und nicht als Partner sehen, ist nicht die Lokalisierung, die ich mir wünsche. Aber auch nicht das Thema, an dem Scarlet interessiert ist. Das PR-Magazin möchte chinesische Unternehmen für Branding und PR im Ausland sensibilisieren. Ich bin gespannt, was Scarlet aus dem 2stündigen Interview macht. Hand in Hand begleitete sie mich zum Ausgang.

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