Digitale Kommunikation·Social Media

WM 2010: Wann ist ein Blog ein Blog?

Gastbeitrag von Roland Eitel

Ganz ehrlich: Irgendwie war es zwar keine Schnapsidee – aber es ist aus einer Laune heraus entstanden. Seit 1986 bin ich – mit einer Ausnahme – bei allen Welt- und Europameisterschaften. Immer wieder sehe ich Dinge, von denen ich sage: Das müsste man jetzt irgendwie anderen mitteilen. Immer wieder verspüre ich auch den Drang, etwas zu schreiben. Aber da ich für Jürgen Klinsmann und Joachim Löw arbeite, fehlt mir die Objektivität, um etwas in den herkömmlichen Medien zu veröffentlichen. Aber die modernen Medien eröffnen diese Möglichkeit.

Also habe ich einfach mal angefangen: in Facebook ein WM-Tagebuch und auf Anregung der Stuttgarter Agentur Werbewelt in Internet ein Blog unter dem Namen www.fussballist.de. Die Koffer für Südafrika waren bereits gepackt, als die Entscheidung fiel – es war eine Millimeterentscheidung.

Fussball /GES/ WM 2010: DFB-Pressekonferenz, 10.06.2010

Heute wundere ich mich, dass ich überhaupt so lange überlegt habe. Und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: das Tagebuch hat inzwischen rund 1.000 Fans – fussballist läuft hervorragend und vor allem: Beide sind auf dem Wege, Kult zu werden. Die Leser sind breit gefächert: Seriöse Berichterstattung mit vielen Hintergründen eher im fussballist, mindestens einmal am Tag mit einer langen Geschichte, schnelle Reaktionen, die nicht immer so ernst gemeint sind, in Facebook. Es gibt viele Journalisten, ehemalige Profis, aktive Profis und ganz gewöhnliche Fußballfans.

Natürlich gibt es hier keine exklusiven Geschichten. Auch die Aufstellung wird nicht früher verkündet, als anderswo. Ebenso hat diese Art der Publikation keinerlei Anspruch auf Objektivität. Aber sie bietet die Möglichkeit, Hintergründe aufzuzeigen, Zusammenhänge herzustellen.

Die Partnerschaft mit dem Fotografen Markus Gilliar, Sprecher der deutschen Sportfotografen und somit Fotograf Nummer eins, mit dem ich seit mehreren Jahren bei solchen Großveranstaltungen logistisch zusammen arbeite und in dieser Zeit auch zusammen wohne, bietet die Möglichkeit zu ganz besonderen Bildern. Aktuell und spektakulär.

Fussball /GES/ WM 2010: DFB-Pressekonferenz, 10.06.2010

Ich will in diesen Foren auch nicht plump die Werbepartner meiner Klienten Jürgen Klinsmann und Joachim Löw darstellen. Diese Partnerschaften kennen eh schon Millionen – da kommt es auf tausend mehr oder weniger auch nicht an. Aber wenn es eine gute Aktion gibt, wird darüber berichtet. Ganz egal, ob es das Kinderhilfswerk von Jürgen Klinsmann oder eine andere Geschichte ist. Das Ziel ist: Völlig unverkrampft an die Sache herangehen.

Es wird aber nicht geeifert wie in anderen Blogs und es soll hier auch nicht der Weisheit letzter Schluss verbreitet werden. Einfach den Fußball so nehmen, wie er ist. Wir reden nicht über Krankheiten, Finanzkrisen oder die Beseitigung der Armut auf der Welt – nur über Fußball. Und wenn der Bedarf da ist, wird er eben fortgeführt nach der WM. Völlig unverkrampft.

Roland Eitel, 52, ist seit 1990 mit der RE Sportconsulting Gmbh selbstständig und arbeitet unter anderem als Berater für Jürgen Klinsmann und Joachim Löw. Kurz vor der WM 2010 in Südafrika startete er erstmals großangelegte Aktivitäten im Social Web. Neben Blog und Facebook gibt es die Impressionen von Eitel auch bei Twitter.

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