Public Relations

Die Pressemitteilung ist kein Allheilmittel

Von Heidi Haug und Björn Eichstädt

Seit Anfang August wird in den USA heiß diskutiert. Und auch die hiesige PR-Branche redet wieder mehr über die Pressemitteilung; ein vermeintlich nicht mehr ganz so hippes PR-Tool. Der Grund: Änderungen in den Regeln fürs Google-Ranking und ein Kommentar auf der US-Seite von ZDnet, der vor kurzem mal eben schnell den Tod aller PR-Agenturen verkündete. Warum? Weil Google entschiedener gegen massenhaft verbreiteten, optimierten Text und entsprechende Links vorgehen wird – und das im schlimmsten Fall mit einem Rauswurf aus dem Google-Index endet. Reaktionen innerhalb der englischsprachigen Szene waren zahlreich, etwa hier und hier.

Die Diskussion ist einfach zusammengefasst: PR-Agenturen und Pressestellen verschicken Pressemitteilungen. Seit es das Internet gibt und seit Begriffe wie „Suchmaschinenoptimierung“ zum Standard von Kommunikatoren gehören, spicken sie diese zunehmend mit Suchbegriffen und Links, stellen sie auf der eigenen Website zur Verfügung oder in PR-Portale ein, die eine zusätzliche, vor allem quantitative „Verbreitung“ versprechen – nicht jedoch, dass sie wirklich einen realen „Menschen“ erreichen. Aber, hin und wieder erhöhen sich so die Clipping-Zahlen und bei einer rein quantitativen Auswertung kann das dann schon eine Rolle spielen.

Solche kommunikativ schon lange fragwürdigen Aktivitäten werden mit den neuen Google-Guidelines zumindest kritisch. Das allein sollte zum Umdenken animieren. Doch eigentlich ist Google nur der Aufhänger für eine viel wichtigere Diskussion: Warum wird seitens Kommunikationsabteilungen und Agenturen noch immer versucht, sowohl Journalistenansprache (PR), SEO und Content Marketing (Digital Communications) als auch Kundeninformation via Website und Mailing (Corporate Publishing) zu erschlagen? Drei Fliegen mit einem Tool also? Denn die unterschiedlichen Touchpoints „Journalisteninteresse“, „Suchergebnis“ und „Kundeninformation“ rufen doch eigentlich nach grundlegend anderen Informationsformen.

Die Antwortet lautet häufig: Zeit. Und damit Geld. Denn zeitgemäß aufgestellte Kommunikationsdienstleister – zu denen auch Storymaker gehört – bieten schon lange passgenaue Maßnahmen für die unterschiedlichen Zielsetzungen an. „Wiederverwertung“ klingt zwar gut, ist aber selten so effektiv wie passgenaue Maßnahmen. Die neue Google-Guideline ist deshalb nur eine erneute Erinnerung daran, dass gute Kommunikation voll und ganz auf Adressat und Kommunikationszweck ausgerichtet sein sollte. Weder Journalist, noch Web-Suchender, noch Kunde sollte lediglich „auch“ Zielpublikum einer Maßnahme sein, sondern im Zentrum dieser stehen. Damit macht man es sich zwar nicht einfach, aber am Ende zählt das Ergebnis, das mit passgenauen Maßnahmen immer besser ist.

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