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Klaus Eisert, PHOENIX CONTACT : „Ein echter Global Player, das sind wir schon.“

Im beschaulichen Schwäbisch Hall traf sich Ende Januar die Crème de la Crème der deutschen Weltmarktführer. Sie erklärten ihre Erfolgsgeheimnisse, Strategien und Herausforderungen.
Die große Frage: Wie wird man Weltmarktführer? Viele der geladenen Unternehmensführer hatten darauf clevere Antworten parat, aber keiner weiß sie so gekonnt zuzuspitzen wie Klaus Eisert, der seit nunmehr 53 Jahren dem Unternehmen PHOENIX CONTACT vorsteht.

„Wir haben den Spagat zwischen Prada und Woolworth gewagt. Und es hat geklappt“. PHOENIX CONTACT bedient den High-End-Bereich und ist gleichzeitig Massenlieferant. Das Produkt, um das es geht, findet sich überall, doch kaum einer kennt es: die Klemme.

1923 öffnete der Firmengründer Hugo Knümann in Essen eine Handelsvertretung für Elektro-Produkte und -vertrieb von Fahrdrahtklemmen für elektrische Straßenbahnen. Fünf Jahre später entwickelte er mit den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken die erste modulare Reihenklemme. Wie wird die Klemme eingesetzt? „Ich will es mal so erklären, wie ich es im Kindergarten immer mache, dann kommen die Juristen unter Ihnen auch mit“, so Eisert mit einem verschmitzten Lächeln: „Wir verstehen uns als Umschlagsunternehmen, das Güter von der Straße auf das Schiff oder vom Schiff auf das Flugzeug bringt. Nur dass wir keine klassischen Güter transportieren und umschlagen, sondern Strom, Signale und Daten“.

90 Jahre nach Firmengründung ist aus der ehemals zwölf-köpfigen Handelsvertretung in Essen ein 13.000 Mitarbeiter zählendes Unternehmen bei Lippe geworden. 50 internationale Vertriebsgesellschaften zählt PHOENIX CONTACT und der Exportanteil liegt bei 70%. Weltmarkführer will Eisert aber nicht genannt werden. „Mir ist etwas bange vor Superlativen, aber ein echter Global Player, das sind wir schon.“

Der Global Player im Profil der Deutschen Welle

Was also sind seine Erfolgsgeheimnisse für aufstrebende Unternehmen?
Eisert zitiert erst einmal einen anderen ganz Großen der schwäbischen Tüftler. „Der Würth hat gesagt, Wachstum ohne Gewinn ist tödlich. Recht hat er! Mein Vater hat es noch mehr auf den Punkt gebracht: Liquidität vor Wachstum. Daran habe ich mich zeitlebens gehalten“. Die zweite Prämisse: „Alle Kraft geht vom Produkt aus. Jetzt werden sie konterten, alle Macht liegt beim Markt. Glauben Sie mir, wer gegen Moden und schnelle Markttrends ankommen möchte, der benötigt ein starkes Produkt“. Auf den Markt zu achten, sei natürlich dennoch wichtig, denn, so Eisert weiter „wenn man einen Trend versäumt hat, benötigt es Jahre und enorme Anstrengung das Versäumte einzuholen.“

Klaus Eisert, PHOENIX CONTACT

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