China·China-Kommunikation

Reden ist Gold!

Der Börsengang chinesischer Unternehmen in Frankfurt wurde zum Desaster. Rund 40 Prozent gaben die Aktienkurse der 15 im Frankfurter Prime Standard notierten Unternehmen aus China seit ihrer Erstnotiz nach, berichtete das Handelsblatt am 6. Mai .


Meistens verfahren chinesische Unternehmen nach dem Motto: Schweigen ist Gold. Zwar wird Öffentlichkeitsarbeit in China immer wichtiger, doch die wenigsten Firmen haben Erfahrung im Umgang mit westlichen Journalisten, die ein ganz anderes Selbstverständnis haben, als ihre chinesischen Kollegen. Was müssen chinesische Unternehmen wie Sportartikelhersteller Ming Le Sports und Co. lernen?

  1. Öffentliches Auftreten: Ein Börsengang heißt im Englischen „going public“ – wer Aktionäre für sein Unternehmen gewinnen möchte, muss öffentlich auftreten. Das ist mit einem spektakulären Gongschlag oder Drachentanz nicht getan.
  2. Transparenz ist Pflicht: Stakeholder wie Shareholder haben ein Recht darauf zu erfahren, was Manager mit ihrem Geld anstellen. Wahrscheinlich ist das die schwierigste Übung: Es geht um einen Dialog auf Augenhöhe – dazu gehört eine große Offenheit.
  3. Professionelle Öffentlichkeitsarbeit: PR in China folgt eigenen Regeln. Nicht wer die spannendsten Themen kommuniziert, erhält die meiste Berichterstattung, sondern wer über die besten Medienkontakte verfügt. Nur wenige chinesische Agenturen sind strategische Partner, viele reine Clipping-Zählmaschinen. Die chinesischen Unternehmen, die internationalen Erfolg haben wollen, müssen lernen, dass dies in Europa nicht funktioniert und die Medienlandschaft anderen Regeln folgt.
  4. Kontrollorgan versus Sprachrohr der Regierung: In Deutschland sind die Medien die vierte Macht im Staat. Auch wenn es in China durchaus kritische Berichterstattung gibt, ist sie in keinster Weise mit der in Deutschland zu vergleichen. Es mangelt an Wissen, westliche Medienvertreter und ihren Einfluss einzuordnen.
  5. Respekt vor dem Publikum: Mit kargen, vorgefertigten Statements (chinesischer Beamtenstil) lässt sich kein Publikum begeistern. Die Zielgruppen in Europa erwarten, umfassend und möglichst authentisch informiert zu werden.

Kommunizieren in Englisch: Mandarin (Putonghua) ist zwar die am häufigsten gesprochene Sprache der Welt, aber im globalen Business müssen Manager in Englisch kommunizieren können.

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