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Industriefotografie: Den Menschen im Fokus

Wenn Thomas Ernsting stählerne Maschinen oder anonyme Fabrikhallen fotografiert, steht meistens noch ein ganz anderes Motiv im Fokus seiner Kamera: Der Mensch. Auch deshalb gehört Thomas Ernsting zu den gefragtesten Reportage- und Industriefotografen Deutschlands. Mit seinen Bildern erzählt der Bonner menschliche Geschichten um Maschinen, Werkzeuge und Wissenschaft, festgehalten in einer Momentaufnahme.
Im Kurz-Interview verrät der Industriefotograf allen Storyblogger-Lesern, wie er seine Bilder spannend macht. Und gibt damit auch Tipps für alle, die noch am Fotowettbewerb „Wir l(i)eben Maschinenbau“ von Storymaker und der mav im Rahmen der Stuttgarter AMB teilnehmen wollen.

Thomas Ernsting zeigt Menschen bei der Arbeit. So erzählt er auch mit fotografischen Momentaufnahmen kleine Geschichten. © Thomas Ernsting

Herr Ernsting, Sie sind ein bekannter und gefragter Fotograf, ganz besonders in den Bereichen Technik, Industrie und Wissenschaft. Welche Rolle spielen Menschen für Sie beim Fotografieren von diesen technischen Motiven?

Bei rein dokumentarischen Fotos, etwa in Gebrauchsanweisungen, spielen Menschen in der Technikfotografie keine Rolle. Aber immer dann, wenn Fotos die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich ziehen sollen und Neugierde wecken sollen, mehr über ein Produkt oder ein Unternehmen zu erfahren, spielen Menschen eine zentrale Rolle.

Immer den Menschen mit im Fokus: So wird Technik erlebbar. © Thomas Ernsting

Warum erzeugen „menschelnde“ Bilder mehr Aufmerksamkeit?

Die Fotos werden einfach  viel lebendiger, authentischer  und spannender.

Wie verwandeln Sie langweilige Fabrikhallen noch in spannende Foto-Locations?

Hauptsächlich durch Licht und spannende Bildkomposition. Das ist jedoch jedes Mal  ganz unterschiedlich und entsteht aus der jeweiligen Situation.  Licht und Perspektive spielen jedenfalls immer eine zentrale Rolle. Wichtig ist oft auch ein spannendes Wechselspiel von Licht und Schatten. Gleichförmiges Licht und spannungsloser Bildaufbau sind in jedem Fall der schnelle Tod eines interessanten Technikfotos. Man kann auch mit dem Wechsel von Tele- und Weitwinkelperspektiven viel erreichen. Oder man integriert bei längeren Belichtungszeiten Menschen in Bewegung in das Bild, um eine dynamischere Wirkung zu erzielen.

Ungewöhnliche Perspektiven bringen Spannung in das Bild. © Thomas Ernsting

Erfordert das viel Vorbereitung? Wie unterscheidet sich die Herangehensweise im Unterschied zur Studio-Fotografie?

Da die Fotografie in Industriehallen seit Jahrzehnten mein tägliches Brot ist, brauche ich mich kaum noch vorzubereiten. Konkrete Vorbereitung ist noch notwendig, wenn es um die Motivauswahl oder die logistische Vorbereitung (Aufnahmezeitpunkt…) geht. Dann ist eine Vorabbegehung sehr sinnvoll. Dabei wird beispielsweise auch geklärt, dass auf den Bildern nicht zu sehen ist, was unter eine Geheimhaltung fällt…

Noch nicht genug Bilder? Hier sind die Top-Einreichungen zum Fotowettbewerb:

Mehr Informationen zur Initiative „Wir l(i)eben Maschinenbau“ gibt es auf Facebook, Twitter und Flickr.

Über Thomas Ernsting

Thomas Ernsting gehört zu den bekanntesten und gefragtesten Industriefotografen in Deutschland. Seine Bilder und Fotoreportagen für GEO, Stern oder National Geographics sind vielfach ausgezeichnet (World Press Awards, Technikjournalismus) und ausgestellt. Der studierte Geodät lebt mit seiner Familie in Bonn.

Website: http://www.thomas-ernsting.de/

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