Global PR Network·International

„Wir lieben Technologie!“

Storymaker ist schon seit vielen Jahren in internationalen PR-Projekten aktiv. Mal als lokale Agentur für Unternehmen aus den USA, England, Frankreich oder Japan, mal als Treiber und operativer Partner vor Ort – zuvorderst mit unseren Storymaker-Kollegen in Beijing, die Unternehmen bei der Eroberung des Meinungsmarkts im Reich der Mitte unterstützen.

Hinter den Kulissen ist in den letzten Jahren ein internationales Netzwerk von unabhängigen, inhabergeführten Agenturen mit Technologieschwerpunkt entstanden, das vor allem auf gemeinsamer operativer Arbeit beruht und sich zunehmend auch nach außen positioniert. Das „Global PR Network“ bringt Agenturen aus aller Herren Länder zusammen. Storymaker ist eine der Konstanten des Netzwerks. Der französische Partner L’AgenceRP ist eine junge Agentur aus Paris, die sich mit viel Elan innerhalb des Netzwerkes bewegt. Im folgenden Interview möchten wir unseren Partner und den PR-Markt Frankreich etwas genauer vorstellen. Natacha Favry, Gründerin und Geschäftsführerin von L’AgenceRP in Paris, über die Liebe zur Technologie, die Veränderung des französischen Markts und die französischen Regionen.

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Natacha Favry, Gründerin und Geschäftsführerin von L’AgenceRP, Paris
Natacha Favry, Gründerin und Geschäftsführerin von L’AgenceRP, Paris

Björn Eichstädt: Natacha, viele Nichtfranzosen betrachten Frankreich als das Land der Mode, des guten Essens und der Liebe. Aber nicht unbedingt als interessanten Markt für Technologie und Technologie-PR. Welche Rolle spielt Technologie in Frankreich und was muss man als Technologie-Unternehmen wissen, wenn man in Frankreich PR für das eigene Unternehmen machen möchte?

Natacha Favry: Wir lieben Mode! Und wir sind insgesamt ein Volk der Liebe. Das bedeutet aber auch: Wir lieben Technologie! Frankreich ist sowohl im B2B- als auch im B2C-Umfeld neben Deutschland und Großbritannien ein führender europäischer Markt für Technologie. Die PR zur Technologie hat hierzulande aber ihre Besonderheiten. Die Medienlandschaft hat sich stark verändert und Unternehmen müssen diese Veränderungen annehmen und sehr lokal in ihrer PR-Strategie vorgehen. Wer in Frankreich Erfolg haben will der sollte folgende Punkte forcieren: Lokalisierung, Kreativität, enge Beziehungen zu Journalisten und Influencern, Proaktivität und Trends (Franzosen lieben Trendthemen!). Vor allem Kreativität und Proaktiviät sind notwendig, da hier immer weniger Medien existieren und es extrem wichtig ist, sich abzugrenzen. Content ist hier absolut der Schlüssel zum Erfolg.

BE: Was sind die wichtigsten Entwicklungen in der Technologie-PR der vergangenen Jahre in Frankreich?

NF: Oh, da gab es viele. Zum einen haben viele Publikationen von Print auf Online gewechselt. Viele Journalisten haben die Publikation gewechselt, Redaktionsteams wurden auseinander gerissen. Und Journalisten müssen heute mehr Arbeit bewältigen. Das hat dazu geführt, dass Agenturen als Zulieferer von hochwertigem Content viel wichtiger geworden sind. Um bei den Medien anzukommen, braucht man viel Markt-Know-how und muss die Themen stärker als zuvor in die Kontexte der aktuellen Entwicklung setzen können. Inhalte mit Nutzen sind das A und O der PR-Arbeit. Neben den klassischen Publikationen sind Social Networks der wichtigste Aspekt der Kommunikationsarbeit geworden. Der französische Markt hat recht lange gebraucht, um deren Bedeutung zu verstehen, aber inzwischen ist es für die PR-Agenturen klar, dass sie sowohl Journalisten als auch die generelle Öffentlichkeit über diese Kanäle erreichen. In diesem Zusammenhang sind auch digitale Influencer wichtiger geworden und sind heute Teil der Kommunikationsarbeit von Unternehmen. Deshalb hat sich unsere Agentur L’AgenceRP als „PR und Community Management“-Agentur aufgestellt. Wir betrachten das als untrennbare Seiten einer Medaille.

BE: Wie sieht die Medienlandschaft derzeit in Frankreich genau aus?

NF: Das ändert sich eigentlich jeden Tag. Wenn man ein einzelnes Wort verwenden sollte, um die Medienlandschaft zu beschreiben, dann wäre das „Wandel“. Die letzten zehn Jahre waren sehr wichtig, da die Franzosen sich komplett in der Art und Weise des Medienkonsums gewandelt haben. Die Digitalisierung und das Web 2.0 haben diese Veränderungen getrieben. Jetzt bekommt man alle News im Netz; die Inhalte können geteilt werden und das verändert die Art, wie Inhalte aufbereitet werden in massiver Art und Weise. Shareability ist ein zentraler Faktor bei Informationen, schnelle Verständlichkeit und Knappheit. Darüber hinaus spielt die Personalisierung eine große Rolle, deshalb lieben die französischen Medien Experten, die klare Meinungen äußern und die nächsten Trends im Visier haben.

BE: Ist Frankreich in der PR eigentlich Paris oder spielen lokale Aspekte auch eine Rolle für die PR?

NF: In Paris sind die landesweiten Medien: Fernsehen, Radio, Tageszeitungen. Alle sitzen in Paris. Ich würde schätzen, dass etwa 60 Prozent des medialen Lebens Frankreichs in Paris spielt. Aber das bedeutet auch, dass ein signifikanter Teil der Medien außerhalb von Paris sitzen und diese spielen eine große Rolle. Gerade wenn es darum geht, dass man Menschen im Alltag erreicht, oder wenn sie zuhause Medien konsumieren. Es gibt viel Regionalfernsehen und -radio, und auch die regionalen Tageszeitungen sind bedeutend, gerade für den Teil der Franzosen, der nicht in Paris lebt – und das ist ein großer Teil. Wer den gesamten französischen Markt erreichen will, der muss sich dieser Tatsache bewusst sein. Frankreich ist innerhalb Europas ein recht großes Land und die Regionen spielen eine wichtige Rolle.

Über die Interviewpartnerin: Natacha Favry ist Gründerin und Geschäftsführerin von L’AgenceRP. Sie arbeitete zunächst als PR-Verantwortliche in einem MMORPG start-up und einer Technologieagentur, bevor sie erkannte, dass sie PR auf ihre Weise umsetzen wollte – deshalb gründete sie L’AgenceRP. In ihrer Freizeit verbringt sie viel Zeit mit ihrem kleinen Sohn, trinkt Champagner mit Freunden und reist.

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