China·Storymaker

„Chinesen und Deutsche müssen Klischees überwinden“

Seit 1. Juli 2015 ist Yong „Pauline“ Yu für die operative Geschäftsführung der Storymaker Public Relations (Bejing) Co., Ltd. verantwortlich. Sie folgt auf June Tian, die anlässlich der Geburt ihrer ersten Tochter die Geschäftsführung in China niedergelegt hat.

Pauline Yu

Pauline Yu, operative Geschäftsführung der Storymaker Public Relations (Bejing) Co., Ltd.

Pauline Yu (40) verfügt über langjährige Erfahrung in Marketing, Eventmanagement und PR – vor allem auch in deutschsprachigen Kontexten. Sie war unter anderem im Kommunikationsteam des Deutschen Pavillons auf der Expo Shanghai aktiv und realisierte Marketingkonzepte für die Otto Bock GmbH in China. In exzellentem Deutsch erklärt Pauline Yu: „Die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Chinesen erfordert ein tiefes Verständnis für die Kultur und Wirtschaft des jeweils anderen. Ich möchte Storymaker in China als Kommunikationspartner für deutsche und chinesische Technologieunternehmen, vor allem im B2B-Umfeld, weiterentwickeln. Dabei baue ich auf die Erfahrungen, die die Agentur seit 2007 als Pionier der deutschen Agenturlandschaft hierzulande gesammelt hat.“

Heidrun Haug: Pauline, Du bist schon lange in der deutsch-chinesischen Community aktiv. Wie hat sich der Dialog beider Seiten entwickelt?

Pauline Yu: Durch die zunehmende Offenheit der Märkte verstehen sich die Kulturen immer besser. Aber Deutsche und Chinesen sind schon sehr verschieden. Wie man spricht, so denkt man, heißt es. In China kommunizieren die Menschen indirekt, die Deutschen sind dagegen sehr direkt. Wichtig sind der Austausch und der Versuch zu verstehen, was das Gegenüber meint. Dazu müssen wir die Klischees überwinden und offen sein. Dann klappt das schon.

HH: Welche sonstigen Erfahrungen bringst Du künftig bei Storymaker ein?

PY: Ich war schon immer bei multinationalen Firmen tätig, auch in verschiedenen Ländern. Dabei habe ich gelernt, wie ich Menschen mit sehr verschiedenem Kultur- und Berufshintergrund zusammenbringen kann. Dazu gehört neben fachlichem und technischem Wissen vor allem auch viel Einfühlungsvermögen.

HH: Wohin willst Du Storymaker in China bringen?

PY: Storymaker ist schon länger als Brückenbauer zwischen Deutschland und China positioniert. Als Chinesin habe ich in Deutschland gelebt und auch in mehreren deutschen Unternehmen gearbeitet. Diese Erfahrung möchte ich nutzen, um das Beste aus beiden Ländern bei Storymaker in China noch besser zu verbinden: ein grundsolides Projektmanagement mit effektiven Prozessen und hoher Qualität gekoppelt mit einem dynamischen Kommunikationsservice, wie er für die schnelle Entwicklung und das von Flexibilität geprägte Agieren in China notwendig ist.

HH: In China arbeitet Storymaker sehr viel für mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Engineering und Manufacturing. Bei uns in Deutschland spielen Fachzeitschriften weiterhin eine überragende Rolle, Social Media und digitale Kommunikation sind immer noch Ausnahmeerscheinungen. Wie sieht das in China aus?

PY: Der Bereich ist auch in China von einer gewissen Komplexität geprägt. So ist Industrie 4.0 derzeit das Hypethema. Die technischen Fachzeitschriften spielen auch hier als Plattform eine wichtige Rolle, um solche komplexen Themen zu vermitteln. Allerdings haben die sozialen Medien in China großes Gewicht in allen Kommunikationsfragen, das gilt sowohl für B2B- als auch B2C-Unternehmen. Im digitalen Umfeld sind sicherlich die größten Nachholbedarfe für die deutschen Unternehmen in China.

HH: Aktuell werben viele chinesische Unternehmen und Industriezonen in Deutschland um Kunden, Partner und Investoren. Wie können wir ihnen helfen?

PY: Chinesische Unternehmen müssen sich in Deutschland so präsentieren, dass die Kunden und potenziellen Partner ihren Mehrwert erkennen. Sie müssen verstehen, dass die Medien in Europa eine ganz andere Geschichte und Rolle haben und vollkommen anders funktionieren. Sie brauchen einen Partner, der aus deutscher Perspektive mit einem Verständnis für die Chinesen, kommuniziert. Da bringt es wenig, wenn Büros in Deutschland mit chinesischen Hochschulabsolventen besetzt werden. Hier verschwenden meine Landsleute oft viel Zeit und Geld. Storymaker kann dabei helfen, dass die Investitionen in Marketing und Kommunikation auch Früchte tragen.

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