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10 Jahre: Von der Konstruktion in die Modewelt

Kurz vor 10 Uhr an einem Donnerstag im Oktober 2012. Ich stehe in der Skylounge eines Frankfurter Fünf-Sterne-Hotels und warte auf den Auftritt eines Beaus aus der Pariser Modewelt. Der Star der Veranstaltung war von unserem Kunden Dassault Systèmes eingeladen worden. In unserer bis heute zehnjährigen Zusammenarbeit für das Technologie-Unternehmen war dieses Presseevent 2012 eines meiner persönlichen Highlights. Schließlich hat man als PR-Beraterin bei einer Agentur mit vielen Technologie- und B2B-Kunden nicht jeden Tag mit einem Haute-Couture-Designer zu tun. Der französische Designer Julien Fournié sollte an diesem Vormittag einer exklusiven Presserunde einen Einblick in die Modewelt der Zukunft geben. Das Spannende: Fournié erstellt am Computer virtuelle Doubles seiner Models und schneidert diesen mithilfe der Software von Dassault Systèmes seine Mode auf den Leib. Wirft ein Kleid unerwünschte Falten? Fällt ein neu erprobtes Material nicht ganz so, wie gedacht? Oder ist alles bereit für den großen Tag, an dem die echten Models die Realität gewordene Kollektion auf dem Laufsteg präsentieren.

Virtual Showroom. Copyright:Dassault Systemes

Nicht nur für Konstrukteure: Auch Modedesigner Julien Fournié setzt die Software von Dassault Systèmes ein (Bild: Dassault Systèmes).

Nicht nur für Dassault Systèmes, auch für uns als Agentur war die Modewelt Neuland. 2005 hatten wir mit der PR-Unterstützung für das Unternehmen in der DACH-Region begonnen – wenige Wochen nach Eröffnung des ersten deutschen Standorts, in Stuttgart. Damals war Dassault Systèmes in Deutschland außerhalb von Fachkreisen weitgehend unbekannt. Das Fachpublikum verband das Unternehmen vor allem mit der Konstruktionssoftware CATIA und vielleicht noch mit dem Produktdatenmanagement-System ENOVIA, beides vorwiegend in Automobilindustrie, Maschinen- und Flugzeugbau im Einsatz.

Ich selbst war 2007 als PR-Trainee bei Storymaker zum Team hinzugestoßen und hatte mich während meiner Ausbildung mit Begeisterung in Themen wie die Finite Elemente-Simulation im Flugzeugbau eingearbeitet. Doch schon bald waren realistische Simulationen nur noch ein Thema unter vielen. Denn Dassault Systèmes erschloss sich eine neue Branche nach der anderen und erweiterte parallel sein Anwendungsportfolio um weitere Marken. Unsere Aufgabe war es, die Corporate PR-Abteilung am Hauptsitz in Paris dabei zu unterstützen, diesen Prozess im größten europäischen Auslandsmarkt, in Deutschland, kommunikativ zu begleiten.

Dassault Systèmes adressiert neue Zielgruppen: Hält man das Buch des belgischen Zeichners François Schuiten vor eine Webcam, fährt dreidimensional die legendäre Dampflokomotive 12.004 heraus (Bild: Dassault Systèmes).

Dassault Systèmes adressiert neue Zielgruppen: Hält man das Buch des belgischen Zeichners François Schuiten vor eine Webcam, fährt dreidimensional die legendäre Dampflokomotive 12.004 heraus (Bild: Dassault Systèmes).

Eine der Herausforderungen: Der Fokus der PR lag ab etwa 2010 nicht mehr wie in den vorherigen Jahren auf den deutschen Fach- und Branchenmedien für Konstruktion, Maschinenbau und Automobilindustrie. Dassault Systèmes hatte die Vision, eine Geschäftsplattform für die Erlebnisökonomie zu entwickeln: Virtual-Reality-Szenarien für die Endkundenbedürfnisse der Zukunft. Spannend und am Puls der Zukunftsforschung.
Knackpunkt waren natürlich die Medienkontakte. Also wühlten wir uns durch Publikationen, die wir bislang nicht mal dem Titel nach kannten, darunter Blogs und Special Interest Zeitschriften, etwa aus der Comicszene. Deren Vertreter luden wir zu einer Presseveranstaltung mit dem in der Szene bekannten belgischen Comiczeichner François Schuiten nach Paris ein – und waren überrascht und hoch erfreut über die positive Resonanz. Auch bauten wir Kontakte von Wissenschaftssendungen bis zu Boulevardblättern auf. Oder eben zu Modezeitschriften.

SIMULIA - Decision Insight for Designers: Copyright Dassault Systèmes

Die Marke SIMULIA von Dassault Systèmes steht für realitätsgetreue Simulationen – hier die thermische Analyse eines Bauteils (Bild: Dassault Systèmes).

Seit 2013 bilden wir ein Team mit Pressesprecherin Carola von Wendland. „Ich schätze an Storymaker, dass sie sich immer den Herausforderungen einer sich verändernden Geschäftswelt und den steigenden Anforderungen von Dassault Systèmes gestellt haben und mit uns gewachsen sind über diesen langen Zeitraum.“ Inzwischen haben wir das Spektrum an Zielbranchen und Themen weiter ausgebaut. Denn Dassault Systèmes ist heute mit zwölf Marken in zwölf Zielbranchen vertreten.

Übrigens war meine erste und bis heute einzige Erfahrung mit einem Haute-Couture-Designer durchaus angenehm. Die erwartete Diva war ein sympathischer Kreativer, der sich als erstes begeistert vom Veranstaltungsort mit Blick auf die Frankfurter Skyline zeigte. Charmant erzählte er den Journalisten von den Technologietrends auf den Laufstegen. Und freute sich sichtlich über seine gelungene Überraschung, ein futuristisch anmutendes Kleid aus Neopren und Chiffon, das das senegalesische Model Rama Diouf auf der Presseveranstaltung präsentierte. Entsprechend eindrucksvoll war auch die Berichterstattung.

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