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Journalistendelegation ins Partnerland der Hannover Messe

Am 25. April 2016 öffnet die HANNOVER MESSE wieder ihre Tore. Diesmal mit einem ganz besonderen Partnerland, den Vereinigten Staaten von Amerika. Unter dem Leitthema „Integrated Industry – Discover Solutions“ zeigen 5.000 Aussteller, darunter 250 amerikanische, wie sich die Produktion durch die vierte industrielle Revolution verändert. Schon zwei Monate vor der Messe bekamen sieben Wirtschaftsjournalisten von FAZ, Wirtschaftswoche, Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung und weiteren renommierten Medien die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Produktionsbedingungen für deutsche Unternehmen in den USA zu machen – bei einer Journalistendelegation.

Journalistendelegation im sonnigen Houston

Journalistendelegation im sonnigen Houston


Wie bereits im letzten Jahr zum Partnerland Indien und 2012 zum Partnerland China hat Storymaker auch diese Journalistendelegation in die USA für die HANNOVER MESSE konzipiert und begleitet. „Ziel der Recherchereise war es, Medienvertretern Informationen aus erster Hand zu ermöglichen. Das verlangt eine zuverlässige Planung sowie Verständnis für komplexe Technologiethemen“, so Onuora Ogbukagu, Pressesprecher der HANNOVER MESSE. „Storymaker hat auf vorangegangen Delegationsreisen diese Fähigkeiten bereits unter Beweis gestellt und auch diese Reise erfolgreich umgesetzt“.

Auf den Spuren von Industrie 4.0

Wie weit ist die digitale Vernetzung in den USA vorangeschritten und welche Auswirkungen hat das auf deutsche Unternehmen, die dort produzieren? Mit Fragen wie diesen machten wir uns auf die knapp 4.000 Kilometer lange Reise, die uns nach der Landung in New York über die Bundesstaaten Connecticut, Pennsylvania, Ohio, South Carolina bis nach Texas führte.

Im Werk von ebm-papst besichtigte die Journalistengruppe, wie Lüfter hergestellt werden, die besonders leise und energiesparend sind. Das Geschäft laufe gut, der Marktanteil steige, so Geschäftsführer Rainer Hundsdörfer. Jedoch: Die Kunden in den USA seien immer noch stark kostengetrieben, achteten auf den Anschaffungspreis, weniger jedoch auf die Folgekosten, etwa den Energieverbrauch. Die Gespräche mit Rittal und Harting standen ganz im Zeichen von Industrie 4.0. Rittal etwa liefert zu jedem Schaltschrank einen digitalen Zwilling, einen Datensatz, mit dem der Kunde seinen individuellen Schaltschrank vorab simulieren kann. Und Harting stattet seine Stecker zunehmend mit Intelligenz aus: Sensoren überwachen die Signale, die beispielsweise aus einer Maschine kommen.

In Harrisburg, Pennsylvania, erhielten wir Einblick in die Steckerfertigung bei Phoenix Contact. Das Unternehmen aus Blomberg hat eine kleine Box entwickelt, die Daten aus Maschinen über eine hochgesicherte Leitung übermittelt. Datensicherheit, um die sich einige deutsche Mittelständler in einem zunehmend digitalen Produktionsumfeld sorgen, scheint also auch in den USA ein Thema zu sein.

Das Augsburger Roboter-Unternehmen KUKA, betreibt in einem Zulieferpark in Toledo – dem größten in Nordamerika – ein Werk, in dem die Karosserien des Jeep Wrangler geschweißt werden. Neu daran ist, dass das Werk vollständig KUKA gehört und nicht etwa Fiat-Chrysler. Während des Bearbeitungsprozesses wird jedes Teil und jeder Schweißpunkt gespeichert, um der Ursache von Qualitätsproblemen nachträglich auf die Spur zu kommen. Auf diese Informationen hat auch Fiat-Chrysler Zugriff. Unternehmensgrenzen verwischen zunehmend – auch dies eine Begleiterscheinung von Industrie 4.0. Inspirierend war auch der Besuch bei Bosch Rexroth in South Carolina und die Demonstration zu InSight. Dies ist ein Tool zur Fernwartung, mit dessen Hilfe ein Ingenieur seinem Kollegen Handzeichen auf dessen Smartphonedisplay geben kann –  und dies über Kontinente hinweg.

Roboter im Einsatz bei KTPO – KUKA Toledo Production Operations

Roboter im Einsatz bei KTPO – KUKA Toledo Production Operations


Nach vier informativen Tagen führte die letzte Station der Journalistendelegation nach Houston zu ABB und Siemens. ABB demonstrierte etliche Mosaiksteine für Industrie 4.0, u.a. einen drahtlosen Sensor zur Fernüberwachung, der auf Elektromotoren geklebt wird sowie den Roboter YuMi, der Hand in Hand mit Menschen arbeitet. Siemens zeigte die Fertigung von Gaschromatographen. Die Container messen die Produktqualität in Raffinerien der Ölindustrie, die in Texas ein wichtiger Wirtschaftszweig ist.

ABB Mitarbeiter illustriert bei der Journalistendelegation die Vorzüge von Roboter YuMi, der Hand in Hand mit Menschen arbeitet

ABB Mitarbeiter illustriert die Vorzüge von Roboter YuMi, der Hand in Hand mit Menschen arbeitet


Recherche vor Ort, die lohnt

Bleibt die Frage, ob sich die Reise gelohnt hat? Angesichts schrumpfender Redaktionen ist es für Journalisten alles andere als selbstverständlich, sich die Zeit für eine einwöchige Auslandsreise zu nehmen. Die Erwartung, relevante Informationen und Einblicke zu erhalten, die sich eben nicht in Deutschland oder gar vom Schreibtisch aus recherchieren lassen, ist entsprechend groß. Diese konnte, dank der abwechslungsreichen und fundiert vorbereiten Unternehmensbesuche sowie ergänzenden Gesprächen mit dem VDMA und ZVEI, erfüllt werden.

Und auch für uns als Agentur, die wir mit unseren Kunden, viele von ihnen mittelständische Technologieunternehmen, wachsen und internationaler werden, bot die Journalistendelegation in die USA viele spannende Erfahrungswerte. Derzeit betreuen wir unsere Kunden nicht nur in der DACH-Region und über unsere Schwesterfirma in Peking auch in China, sondern bieten mit Partneragenturen in vielen Ländern, unter anderem in Japan oder den USA auch in diesen Ländern Unterstützung für umfassende, story-getriebene Kommunikation an.

Von Gina Hardebeck und Freya Zabka

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