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Unternehmerblog – von Trump bis zur Kunst der Einfachheit

Welche Themen eignen sich für ein Unternehmerblog? Für Jürgen R. Schmid, Inhaber der auf Maschinendesign fokussierten Firma Design Tech, hat Kommunikation eine strategische Relevanz. Warum? Weil er seinen Lesern die Augen öffnet und ihnen damit hilft, den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen. Seit drei Jahren ist Storymaker der Partner für die PR des Unternehmens, ein Auftrag, bei dem viel Leidenschaft mitspielt. Seit einem Jahr schreibt Jürgen R. Schmid wöchentlich ein Essay. Er reflektiert und kommentiert was er wahrnimmt und hat Erfolg, weil die Schilderungen authentisch sind. Er schreibt selbst.

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Ein Sieg mit Ansage

Ende 2014 veröffentlichte das FCP-Barometer (Forum Corporate Publishing) eine Menge Zahlen, die belegen: Content takes the lead. Danach meinten 96,2 Prozent der befragten Unternehmen: Wer Menschen für seine Marke begeistern und sie binden will, muss Geschichten nutzen. Zwei von drei Marketingverantwortlichen prognostizierten vor zwei Jahren auch eine fortschreitende „Contentisierung“. Mit anderen Worten, sie waren damals schon überzeugt, dass sie mit traditionellen Werbekampagnen nicht mehr zu ihren Kunden durchdringen. Laut Studie wussten sie auch, dass Inhalte dann gut sind, wenn sie verständlich, wahrheitsgemäß, nützlich und anschaulich sind. Genau solche Inhalte verfasst Jürgen R.Schmid. Er ist damit in seinem beruflichen Umfeld der deutschen, mittelständisch geprägten Maschinenbauindustrie, ein absoluter Vorreiter.

Die Marke Schmid

Jürgen R. Schmid ist Industriedesigner, Chef von 17 Mitarbeitern und jetzt auch Blogger. In einem Beitrag setzte sich Schmid auch mit dem Republikaner Trump auseinander. Nun mögen kritische Stimmen einwenden: Was kann ein Industriedesigner zur Weltpolitik sagen, was man nicht sowieso schon weiß. Um einen primären Wissenszuwachs geht es hier aber nicht. Schmid gibt dem Leser keine neuen Informationen, er gibt ihnen einen Einblick. Und zwar in seine Gedankenwelt. Und er macht sie auf Dinge aufmerksam, die sie selbst vielleicht bislang nicht so sahen. Er regt zum Nachdenken an.

Er will, dass seine Leser ihn als Impulsgeber, als Vordenker wahrnehmen. Und nicht „nur“ als Industriedesigner, der ihre Maschinen designt. Eine Strategie, die aufgeht. Schmid kommt bei seinen Empfängern an. „Das ist das einzige Blog, das ich regelmäßig lese.“ „Interessant – so habe ich es noch nie gesehen.“ „Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen.“ Selbst wenn er Kunden zu einem Termin trifft, dreht sich anfangs oft alles um einen seiner Beiträge.

Schmid hat es also geschafft. Er festigt über das Blog die Beziehung zu seinen Kunden. Stärker, als es eine Kommunikation über Designthemen gekonnt hätte. Das bestätigen auch die sogenannten harten Fakten. Die Zugriffsrate auf sein Blog liegt deutlich über der auf seiner Website. Schmid macht Content-Marketing wie es im Buche steht.

Jürgen Schmid packt immer wieder Themen an, die anderen zu heiß sind: hier "die Erotik des Unterschieds" aus seinem gleichnamigen Blogbeitrag

Jürgen Schmid packt immer wieder Themen an, die anderen zu heiß sind: hier „die Erotik des Unterschieds“ aus seinem gleichnamigen Blogbeitrag


Drei Erfolgsfaktoren auf einen Blick

Schmid schreibt fast nie über seine Arbeit oder etwa über die Vorteile, die seine Kunden durch ihn haben. Mit mehr als 150 Design-Auszeichnungen ist er eine anerkannte Koryphäe in seinem Fach. Doch er sucht Themen, die sein Unternehmen Design Tech nur am Rande streifen. Dafür haben seine Texte sehr viel mit ihm als Person zu tun. Das sorgt für Abwechslung und den wöchentlichen Aha-Effekt, denn kein Leser kann ahnen, welche Story Schmid in der nächsten Woche erzählen wird.

Schmid redet Tacheles oder hält die Klappe. So sein Motto. Dementsprechend streitbar sind seine Äußerungen. Das sorgt für Zündstoff. Und es zeugt von Mut. Eine Charaktereigenschaft, die Menschen in der Regel honorieren. Zudem gewährt er tiefe Einblicke in sein Leben. Beispielsweise, wie er eine persönliche Krise meisterte. Diese Offenheit macht Schmid in den Augen der Leser zu einem Freund oder zumindest zu einem guten Bekannten.

Er bleibt bei der Stange. Jeden Donnerstag erscheint ein neuer Blogbeitrag. Egal, ob Schmid in den Ferien ist oder seine Tochter ein Kind bekommt. Diese Zuverlässigkeit bindet. Denn sie signalisiert – Ihr, meine Leser, Ihr seid mir wichtig.

Content-Marketing: Eine weitere Studie

Eine aktuelle Untersuchung von Prof. Lutz Frühbrodt, Medienkritiker und Publizist, bestätigt die Entwicklung hin zu mehr Inhalt. Alle 30 DAX-Konzerne betreiben Content-Marketing (Studie). Aus gutem Grund. Denn die Kunden haben sich verändert. Sie wollen nicht mehr nur wissen, wie funktional ausgereift beispielsweise ihr Handy ist. Zunehmend interessiert sie auch, wo und unter welchen ökologischen und sozialen Bedingungen das Gerät produziert wurde. Und auch wenn im B2C Bereich häufiger der Blick hinter die Kulissen gesucht wird, auch die Businesskunden wollen heute mehr über ihre Zulieferer und deren Produkte wissen.

Es ist müßig sich zu fragen, warum Menschen heute stärker als früher das Große und Ganze interessant finden. Es ist so. Punkt. Und das sollten Unternehmen auch für ihr Unternehmerblog akzeptieren. Nur so gelingt es ihnen, das Bedürfnis ihrer Zielgruppen nach Informiertheit und Unterhaltung zu befriedigen. Schmid ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch kleine Unternehmen ihre Zielgruppen erreichen können – wenn sie nicht nur Marketing-Content liefern, sondern persönliche Stories.

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