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Mutmacher-Journalismus in Tübingen!

Monatelang protestieren die Sioux in North Dakota, USA, gegen den Bau einer Öl-Pipeline, die mitten durch ihr Reservat führt. Sie haben sie die „Schwarzen Schlange“ getauft. Der damalige US-Präsident Barack Obama hatte den Bau unter dem Druck der Proteste gestoppt, doch kaum war Präsident Donald Trump im Amt, sorgte er dafür, dass die Arbeiten wieder aufgenommen wurden. Tausende demonstrierten, aber nur wenige Medien berichteten. Die Foto- und Multimedia-Journalistin Maria Feck ist nach North Dakota gereist um sich ein Bild zu machen. Sie hat die Atmosphäre vor Ort in Form einer einzigartigen multimedialen Collage aus Videos, Bildern, Zitaten, Klängen und Interviews mit den Native Americans eingefangen. Auf diese Weise erleben Zuschauer mit allen Sinnen, warum es für die Menschen vor Ort und für die Umwelt ein Desaster ist, wenn die schwarze Schlage sich durch ihr Land zieht. Feck veröffentlichte ihre emotionale Reportage auf Spiegel-Online und wurde dafür 2018 mit dem Hansel-Mieth-Preis für Fotojournalismus ausgezeichnet, den Storymaker in der Kategorie „digital“ finanziert hat. Am 30. Mai kommt Maria Feck nach Tübingen, ins Institut für Weltethos. Dort wird sie mit Studenten, Unternehmen und Kommunikatoren über die Macht von Geschichten diskutieren, über digitale Erzählkunst und darüber, wie Geschichten den Unterdrückten in unserer Gesellschaft eine Stimme geben können. Im Interview mit der geschäftsführenden Gesellschafterin von Storymaker, Heidrun Haug, gibt sie einen Vorgeschmack auf die Veranstaltung.

Foto aus der Reportage „Der Biss der schwarzen Schlange“ von Maria Feck

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Heidrun Haug: Maria, du gewinnt diesen Preis bereits zum zweiten Mal. Was bedeutet diese Auszeichnung für dich?

Maria Feck: Ich freue mich sehr. Mit diesem Preis bekommt der Kampf der Native Americans gegen die Öl Pipeline endlich die Aufmerksamkeit, die er verdient. Es war großartig, dass der SPIEGEL mir die Möglichkeit gegeben hat, darüber zu berichten. Die Namensgeberin des Preises, die US-Deutsche Fotojournalistin Hansel Mieth, ist ein Vorbild. Sie hat in den 30er Jahren bereits für „Life“ über das entbehrungsreiche Leben von Minderheiten und Arbeitern in den USA berichtet.

HH: Am 30. Mai werden wir noch mehr darüber erfahren, wie deine Geschichte entstanden ist. Viele junge Menschen, die sich für Kommunikation interessieren, werden dabei sein. Was wirst du ihnen mitgeben?

MF: Es ist für mich unglaublich wichtig, dass mich ein Thema, über das ich berichten möchte, berührt. Ich glaube, mit dem Herzen dabei zu sein, ist entscheidend. Man wird nicht immer sofort jemanden finden, der einen dabei unterstützt, eine Geschichte umzusetzen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Dennoch Energie reinzustecken, nicht aufzugeben und irgendwie einen Weg zu finden, diese Geschichte zu erzählen, das gelingt nur, wenn man überzeugt ist, das Richtige zu tun.

HH: Was Geschichten spannend macht, ist in Prinzip immer gleich – egal ob in Märchen, in der Literatur oder im Journalismus. Was ist das Neue an der multimedialen Herangehensweise?

MF: Die multimedialen Techniken geben mir eine Fülle von Erzählmöglichkeiten, die Geschichten bereichern und auf andere Weise erlebbar machen. Ich kann spielen und experimentieren. Das macht unheimlichen Spaß.

HH: Wir freuen uns, mit dir darüber am 30. Mai um 18:30 Uhr in Tübingen weiter zu diskutieren. Es wird ein Abend werden, der ermutigt, innovative Techniken zu nutzen und der auch Mut macht, seinem Herzen zu folgen. Nicht vergessen: Im Institut für Weltethos.

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